bblackboxx ist seit 2007 ein Kunstraum an der Stadtgrenze von Basel, in unmittelbarer  Nachbarschaft des hier stationierten Ausschaffungsgefängnisses und gleich dabeben des Empfangs- und Verfahrenszentrums für Asylsuchende. Die Bewohner_innen dieser teilweise unterirdischen Massenunterkunft für 230-500 Personen, darunter viele Kinder, finden sich in einer Situation mit minimaler Bewegungsfreiheit wieder, zwischen rigiden Kontrollstrukturen und Charityangeboten, vom öffentlichen Leben weitgehend abgeschirmt. Während die Menschen aus der Stadt das Naherholungsgebiet drum herum als Freizeitraum nutzen, besteht der Alltag der Flüchtlinge aus Warten, Befragungen, Schlafen und rationierten Essensportionen, alles unter Aufsicht einer Bewachungsfirma und einer gewinnorientierten Betreuungsfirma. Tagsüber, in den kurzen Ausgangszeiten, verlassen die Zentrumsbewohner_innen den mit Stacheldraht umzäunten Gebäudekomplex und viele von ihnen besuchen dann unser „No-Border Cafe“, wo wir auch ein Kulturprogramm anbieten, dass sich ebenfalls an ein Publikum aus der Stadt richtet.

Wer macht bblackboxx

bblackboxx wird von einem internationalen Netzwerk von Kunst- und Theorieschaffenden betrieben, die in wechselnden Formationen an einem Angebot von Veranstaltungen arbeitet (Workshops, Ausstellungen, Performances, Aktionen) die in unterschiedlichster Form auf den Ort Bezug nehmen.

Aktuell werden die Projekte hauptsächlich eingerichtet und organisiert von Heath Bunting (Humanity Art, Bristol), !Mediengruppe Bitnik (Medienkunst, Zürich), Almut Rembges (Vermittlung, Basel), Anja Rüegsegger (Freie Kunst, Basel), Celia Sidler (Kochaktionskunst) und Christoph Wüthrich (Kulturelle Animation, Basel) und Hiuwai Chan (Honkong). Teil des Netzwerks sind ausserdem viele weitere Handwerker_innen, Kulturschaffende und andere Interessierte aus der Stadt.

Was wir wollen

Gesamthaft bezeichnen wir unser Projekt als Gegenperformance im Kontext von Charity und Kontrolle, jene beiden Parameter, welche den Alltag der Zentrumsbewohner_innen bestimmen. Mit unserem Ort nehmen wir Stellung gegen die zunehmenden Herabsetzung, Ausgrenzung und Entmündigung der Flüchtlingsgesellschaft, wie sie sich durch die hiesige teilweise unterirdische Massenunterbringung und das Ausschaffungsgefängnis, aber auch allgemein im Asylwesen, manifestiert. Zudem beteiligt sich die bblackboxx international an einem kritischen Diskurs zur aktuellen Migrationspolitik. Bblackboxx ist auch eine Wahrnehmungserweiterungsplattform für alle, die sich vor Ort selbst Eindrücke und Wissen aneignen wollen, oder sich allgemein für die Rolle der Kunst in prekären Kontexten interessieren.