Vernehmungen nicht Vernehmungen

Drei voneinander unabhängige Projekte – ein Seiltanztheater, ein Konzert, eine Ausstellung – verschränken sich zeitlich zu einer Trilogie, die sich verschiedenartig  zu dem Vernehmen an der Grenze positionieren.

Teil 1: LEISE VERHALLEND (Ein Projekt von Theater Barsch)

6. ,7. ,9. sowie 14., 15., 16. Juni 2013, jeweils ab 15 Uhr / 60 min.

bblackboxx, Freiburgerstr. 36

Leise Verhallend versucht eine Archäologie des Schweigens.Im Zusammenspiel aus barocker und frei improvisierter Musik, aus Seiltanz, Text und Fotografie beschäftigt sich das Projekt mit dem Verstummen von vernehmbaren Stimmen und mit den Strukturen, die das Verstummen bedingen.

Die unmittelbare Umgebung des Kunstraums bblackboxx – das Ausschaffungsgefängnis Bässlergut und das Empfangs- und Verfahrenszentrums für Asylsuchende – sowie Danton’s Tod von Georg Büchner bilden den Resonanzraum.

Die Seiltänzerin Nadine Tobler und die Musikerin Anna-Kaisa Meklin untersuchen das Schweigen und das Verstummen auf seinen Klang. Texte von Lukas Linder und Fotografien von Bettina Hägeli befragen die Szenerie durch zwei weiteren Perspektiven und Wahrnehmungsweisen.

Leise Verhallend. Von und mit: Anna-Kaisa Meklin (Viola da Gamba), Nadine Tobler (Seiltanz), Bettina Hägeli (Fotografie), Lukas Linder (Text), Almut Rembges (Dramaturgie), Jonas Gillmann (Regie).

Teil 2: DEFIBRILLATOR (KONZERT)

8. Juni, 20 Uhr, bblackboxx

Defibrillator ist ein Avantgarde Jazz Duo der Brüder Smolyn aus Basel, die mit E-Posaune und Elektronik gemeinsam immer neue musikalische Grenzen ausloten. Ein kraftvoller Akt, der sphärische Fragilität und äusserste Explosivität in einem gewaltigen Sounderlebnis zusammen bringt. Mit Sebastian Smolyn (E-Posaune) und Artur Smolyn (Eletronik).

Anschliessend Lagerfeuer mit Grill (Grillgut bitte selber mitbringen)

 

Teil 3:  NO BORDER ACADEMY (AUSSTELLUNG)

6. Juni, 17-20 Uhr, Vernissage und 7.-16 Juni, jeweils 10-17 Uhr im Museum der Kulturen, Münsterplatz 20

 parallel jeweils 14-17 Uhr  bei bblackboxx, Freiburgerstr. 36

No Border Academy ist eine Parallelausstellung zwischen dem Museum der Kulturen und der bblackboxx, anlässlich von POPCAP ’13. Fotografien von unterschiedlichsten Akteur_Innen der bblackboxx gehen der Frage nach: was bedeutet Afrika an der Otterbachgrenze, wo zwischen Feldern und Bäumen eine Abschreckungsinszenierung mit dem Ausschaffungsgefängnis Bässlergut das Landschaftsbild prägen. Zitat eines ehemaligen Gefangenen aus Algerien an der Demonstration gegen Ausschaffungen am 1. Juni vor dem Bässlergut: ” I was inside 18 Months, only because I have nothing”. Im Museum der Kulturen lagern unzählige Gegenstände aus genau den selben Regionen, wo die Menschen herkommen, die hier in Lagern Asyl beantragen und in vernehmungsartigen Interviews  ihre Asylgründe vortragen müssen, wobei gerade für Traumatisierte die Herausforderungen des Verfahrens besonders schwierig zu meistern sind, wenn nicht unmöglich.